Ist unternehmensinternes twittern sinnvoll?

von Peter Soth

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Enterprise 2.0. So befinden Wikis bei den meisten Unternehmen bereits im Einsatz, um Wissen unter Kollegen zu teilen. Doch kann Micro-Blogging die Wissensvermittlung unter Kollegen fördern?

Was ist ein Micro-Blog?

Die Kurznachrichten, die über Twitter versendet werden, heißen Micro-Blogs. Die Länge einer Nachricht ist auf 140 Zeichen begrenzt. Die interessanteste Neuerung bei Twitter war meines Erachtens die Einführung von Hash-Tags im August 2007, mit denen es möglich ist, Nachrichten zu filtern. Ich möchte nicht verschweigen, dass es zu dem Thema ‚Tags‘ kontoverse Diskussionen gibt, da Twitter auch über eine Suchfunktion verfügt. Suchergebnisse, die auf Tags basieren, sind meistens jedoch sinniger.

Wozu könnten Micro-Blogs innerhalb von Unternehmen eingesetzt werden?

Die Email – das heute beliebteste Kommunikationsmittel – stößt langsam an seine Grenzen. Bei großen verteilt arbeitenden Teams können Micro-Blogs dem Austausch von Informationen und Ideen dienen und viele Emails ersetzen. Eine Email erwartet von der Idee her eine Antwort. Es gibt jedoch viele Informationen, die per Email verteilt werden, jedoch keine Antwort erwarten. Diese enthalten meistens das Akronym „FYI“ und einen oder mehrere Links. Ein weiterer Unterschied zur Email ist, dass meine Informationen gefunden werden, ohne, dass ich diese verteile (Push vs. Pull). Micro-Blogs können auch mit einer virtuellen Kaffee-Pause vergleichen werden, bei der Informationen in Kurzform ausgetauscht werden. Ich möchte mit dieser Aussage jedoch keine Vier-Augen-Kaffee-Pausen durch virtuelle ersetzen ;-). Kollegen, die auf Reisen sind, können auch an diesen Informationen partizipieren. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, nach diesen Informationen (und deren Verfassern, die potentielle Experten sein könnten) zu suchen.

Lösungen für unternehmensinternes twittern:

Die folgenden Lösungen können unternehmensintern eingesetzt werden. Hierbei gibt es die Möglichkeit, diesen Service zu mieten (SaaS) oder sich die Software intern zu installieren. Bei Saas gilt es auch, Fragestellungen bezüglich des Datenschutzes zu bedenken. Hier eine kurze Auflistung von verfügbaren Lösungen (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Yammer – ist wohl die bekannteste Plattform. Ist als SaaS verfügbar. Weitere Informationen finden sich hier.
  • CO-OP – verfügbar als SaaS. Weitere Informationen finden sich hier.
  • Status.net – Open-Source-Lösung. Kann als SaaS gemietet oder hausintern installiert werden. Weitere Infos finden sich hier.
  • Communote – SaaS Lösung aus Deutschland. Weitere Infos finden sich hier.
  • Es wäre auch denkbar, solch eine Lösung basierend auf dem Grails-Framework ganz individuell - auf Kundenwünsche angepasst - zu realisieren.

Fazit

Ich bin der Meinung, dass Micro-Blogs eine interessante Möglichkeit zur Wissensverarbeitung bieten können. Für einen erfolgreichen Einsatz reicht es jedoch nicht aus, sich ein Tool auszusuchen. Es ist vielmehr wichtiger, eine sinnvolle Tag-Taxonomie aufzubauen, damit das Wissen später wieder gefunden werden kann.

 

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